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07.11.2026 15:11 - Uhr

Magie zweier Klangwelten: Manu Delago und Max ZT verzaubern das Emailwerk

Ein intensiv berührender Abend voller musikalischer Feinarbeit: Am 6. November gastierten der österreichische Handpan-Pionier Manu Delago und der US-amerikanische Hackbrett-Virtuose (Hammered Dulcimer) Max ZT im Seekirchner Emailwerk. Auf ihrer aktuellen Tour stellten die beiden Ausnahmemusiker ihr gemeinsames, im Frühjahr erschienenes Album „Deuce“ in voller Länge vor.

Was die internationale Fachpresse an diesem Projekt bereits im Vorfeld lobte, entfaltete sich live auf der Bühne zu einem greifbaren Erlebnis. Kritiker beschrieben das Zusammenspiel der beiden unlängst als „stille, virtuose Darbietung“, bei der es nie um das bloße Zurschaustellen technischen Könnens geht, sondern um die tiefe emotionale Verbindung der Klänge. Genau diese organische Ko-Kreation prägte das Konzert in Seekirchen. Die Handpan und das Hammered Dulcimer – zwei auf regulären Konzertbühnen ohnehin seltene Instrumente – verschmolzen zu einer faszinierend rhythmischen und meditativen Einheit. Keines der Instrumente drängte das andere in den Hintergrund; stattdessen trugen sich Delago und ZT gegenseitig durch die vielschichtigen Kompositionen und ließen die Musik im wahrsten Sinne des Wortes atmen. Und was Max in einer Zwischenmoderation beschrieb, wurde Realität: Bei manchen Stücken konnte man die Klänge der beiden Instrumente nicht mehr unterscheiden - ein Zustand, den der feinfühlige Musiker als höchstes Glücksgefühl betrachtet.

Ein anderes Highlight war die visuelle Umsetzung: Begleitet wurde die Darbietung von äußerst atmosphärischen Visuals auf zwei Leinwänden. Inspiriert waren diese von den barocken Wänden des geschichtsträchtigen Bernardi-Saals im Tiroler Stift Stams. Genau in diesem Saal aus dem frühen 18. Jahrhundert hat das Duo sein Album aufgenommen. Der starke Hall der dortigen Marmorplatten machte den Klang der Instrumente bei der Aufnahme größer und mächtiger als je zuvor, meint Manu Delago – und diese ganz besondere, historische Atmosphäre übertrug sich gestern visuell und klanglich direkt zu uns nach Seekirchen.

Die unglaublich spannenden Leistungen der beiden zogen die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann. Das Seekirchner Publikum spürte die Hingabe und den musikalischen Respekt, den die Künstler einander entgegenbrachten, und bejubelte nahezu jedes der dargebotenen Stücke enthusiastisch. Ein Abend, der eindrucksvoll hör- und sichtbar machte, wie viel emotionale Kraft in der behutsamen Begegnung dieser seltenen akustischen Welten liegt – und ein weiteres echtes Highlight im Programm des Emailwerks.

(lf)